Auf einer Restparzelle im Bereich der Bahnüberführung, zwischen ÖBB-Trasse, Straßenunterführung und Verkehrsknotenpunkt, behauptet sich dieses Architektenhaus unter anspruchsvollen Bedingungen.
Der herausfordernde Bauplatz wird dabei zur Stärke: Das Haus nutzt die vorhandene Situation präzise aus und findet eine klare Antwort auf Ort, Maßstab und Bewegung.
Zur Straße hin nimmt sich der Baukörper bewusst zurück. Sichtbar bleibt vor allem der Eingangsbereich mit Windfang, der dem Haus eine geschützte Adresse gibt. Zugleich entsteht an einer zuvor offenen Stelle ein neuer, klar gefasster Platz. Im Inneren bilden Kochen, Essen und Wohnen einen kompakten Lebensmittelpunkt; schwarze Einbauten, die Küche und feine Details wie die Lampenaufhängung unterstreichen den dunklen, markanten Charakter.
Im Obergeschoss schafft die kleine Bibliothek als bis unters Dach geöffneter Leseraum einen stillen Rückzugsort über dem bewegten Umfeld. Sie öffnet sich mit gezielten Blicken den vorbeifahrenden Zügen.
Ergänzt wird das Raumprogramm durch ein elegantes Bad mit Wanne sowie einen unterkellerten Bereich für Technik und Lagerräume. So entstand ein Haus, das sich zurücknimmt und dennoch ein starkes Zeichen setzt — dunkel, präzise und kraftvoll im Kräftespiel aus Verkehr, Enge und Infrastruktur.